#Werbung Die Rabenringe – Fäulnis von Siri Pettersen und wieso mich diese Frau immer wieder von den Socken haut!

“Die Rabenringe – Fäulnis” sehnsüchtigst erwartet und hohe Ansprüche gehabt und was war?  Es war eine unbeschreibliche Reise zurück in eine Welt, die mich bereits in Band 1 für sich gewinnen konnte. Ein Ausflug in eine Geschichte, die mich wieder in ihren Bann zog und nicht gehen lassen wollte.  Auch jetzt nicht – am Ende…

Aber beginnen wir ganz von Vorne!

“Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.” von Alexander von Humboldt.

Was ist, wenn die Autorin dir einen Blick auf “deine” Welt gewährt, der so anders ist, als dein bisheriger? Wenn sie es schafft, dass du die Welt in der du lebst mit anderen Augen siehst? Wenn sie dir die Weltanschauung aus der Sicht ihrer Protagonistin so vor Augen führt, dass du nicht anders kannst als dich und deine Welt zu hinterfragen?

Dann und nur dann hat die Autorin alles richtig gemacht. Denn Siri Pettersen schenkt uns hier eine Sicht auf die “Menschenwelt” durch die Augen von Hirka, von der ich auch im 2. Band der Rabenringe hin und weg war. Sie gibt nicht auf, kämpft weiter und nimmt ihr Schicksal an – zumindest später. Der Autorin gelingt es mit ihrem einzigartigen und außergewöhnlichen Schreibstil die Gefühle ihres Hauptcharakters nicht nur zu transportieren, sondern ins Herz des Leser einzupflanzen. Mehr als einmal wollte ich Hirka in den Arm nehmen oder schlug die Hände über den Kopf zusammen, weil die anfängliche Hoffnungslosigkeit und die Sehnsucht mir das Herz zu schnürten und mir die Luft zum Atmen nahmen. Ich litt gemeinsam mit Hirka und konnte alle ihre Gedanken, sowie Zweifel verstehen. Die ganzen negativen Empfindungen, die auf die Protagonistin einströmen konnten mich berühren und mein Gedankenkarusell entfachen. Man merkt wie Hirka sich in all der Negativität zu verlieren droht, was ich mehr als nur nachvollziehen kann. Aber genau an dem Punkt, an dem ich am liebsten ins Buch krabbeln wollte um ihr den Kopf zu waschen, reist die Autorin das Ruder herum und schenkt der Protagonistin eine Entwicklung, die mich genauso begeistern konnte, wie alles andere in dieser Geschichte.

Ein ganz anderes Potential hat die Autorin bei Rime ausgeschöpft, denn hier wollte ich definitiv das eine oder andere mal ausrasten und nicht im positiven Sinne. Sein Verhalten lässt sich teilweise mit “typisch Kerl” beschreiben, denn Akzeptanz einer ihm zugewiesenen “Rolle” ist nicht unbedingt seine Stärke. An manchen Stellen trifft er emotional geleitete Entscheidungen, für die ich ihn am liebsten in Stücke reisen wollte, auch wenn ich, seien wir mal ehrlich, es auch stückweit nachvollziehen konnte. Mehr als einmal beschimpfte ich ihn in meinen Gedanken lauthals, die Wortwahl werde ich euch nicht verraten. Es gelang Siri Pettersin meine Emotionen in Aufruhr zu bringen, so dass ich nicht wusste, ob ich ihn lieber in Fetzen reisen oder mit ihm mitfühlen wollte. Genau dieses Gefühlskarusell ist schlussendlich genau das, was dieses Buch prägt und es besonders macht. Auch bei Rime gelingt es Siri Pettersen eine Entwicklung einzuflechten, die in die Geschichte passt und glaubwürdig, sowie durchdacht wirkt und sehr gut mit der von Hirka harmoniert.

Dazu erschuf die Autorin einige neue Nebencharaktere und schenkte uns ein Wiedersehen mit einigen aus Band 1. Auch hier trägt ihr besonderer Schreibstil – die Charaktgere sehr bildhaft und plastisch darzustellen – dazu bei, dass sie alle ihren ganz eigenen Beitrag zur Geschichte liefern, jedoch die Protagonisten nicht überstrahlen. Generell sollte man betonen, dass Siri Pettersen sich darauf versteht viele unterschiedliche Szenen, Szenerien und Charaktere miteinander zu vereinen. Alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt, egal wie gegensätzlich manche Dinge sein können. Ihre Art zu schreiben ist mitreißend und dennoch gefühlvoll. Obwohl das Buch ein wenig später spielt, als Odinskind endet, findet man sich bereits nach den ersten Zeilen mitten im Geschehen wieder. Sie spielt mit den Worten, wie ein Jongleur mit seinen Bällen und hat in meinen Augen mit den Rabenringen ein wahres Meisterwerk erschaffen. Dazu gelingen ihr die Wechsel zwischen Ymsland und der Menschenwelt, sowie zwischen den Charakteren perfekt. Der zunächst etwas langsamere Beginn tut dieser Geschichte kein Abbruch, denn als die Spannung dann vorhanden ist, drängt sie sich direkt in den Vordergrund. Siri Pettersen arbeitet mit unterschiedlichen Arten von Verzweiflungen, Ängsten und Sehnsüchten. Ihr gelingt es den Unterschied der Welten so prägnant und farbig darzustellen, dass es manchmal ein wenig dauerte, bis ich all die Eindrücke sacken lassen konnte, so gefangen war ich von den gemalten Bildern. Die Autorin beschreibt Details ohne sich in ihnen zu verlieren, so dass für den Leser genug Raum bleibt um seine eigenen Fantasien freien lauf zu lassen. Sie verwebt unterschiedliche Verbindungen und Zusammenhänge gekonnte und erschafft somit ein Finale dieses Buches mit dem ich persönlich in diesem Ausmaß nicht gerechnet hätte..

Mein Fazit:
Hatte ich bei die “Die Rabenringe – Odinskind” zu Beginn ein wenig Startschwierigkeiten aufgrund des außergewöhnlichen Schreibstil von Siri Pettersen, so verlor ich mich bei “Die Rabenringe – Fäulnis” direkt in der Geschichte. Ich liebe die Art und Weise wie die Autorin ihre Geschichten malt und mir dennoch den Raum für eigene Gedanken und Gemälde lässt. Ich bin begeistert, wie gut sie es schafft mich einen Charakter erst irgendwie “hassen” zu lassen um dann meine Sympahtien für ihn erneut zu wecken. Ich liebe sie dafür, dass sie mir die Gefühle tief in mein Herz implantiert, denn “Die Rabenringe” liest man nicht, sondern man lebt sie.

 

Eine Leseempfehlung und ein Highlight von 2019 !!!

 

Facts:
Autorin: Siri Pettersen
Verlag:   Arctis Verlag
Format: eBook / Hardcover
Preis:     15,99€ / 20,00€
Seiten:   544
Reihe:    ja

Band 1: Die Rabenringe – Odinskind – Rezension
Band 2: Die Rabenringe – Fäulnis
Band 3: Die Rabenringe – Gabe – erscheint am 26. Julie 2019

Coverrechte @Arcits Veralag; Bildrechte @Tasty-Books

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