#Werbung Merry Christmas, Cowboy von Lita Harris

“Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.” von Immanuel Kant.

Wird es Hannah gelingen aus ihrer aktuellen Situation das Beste zu machen und ihr Leben in neue Bahnen zu lenken?
Wird Travis sich endlich seiner Vergangenheit stellen oder weiterhin der Sklave seines Alltags sein ohne zu leben?
Können zwei Ziellose gemeinsam zu einer zielbewussten Einheit werden oder wird einer den anderen ausbremsen?

Lita Harris hat mit ihrem Weihnachtsroman keine kitschige Liebesgeschichte, die wir schon so oft gelesen haben, erschaffen, sondern ein Buch, dass einen berührt und von Anfang bis Ende gefangen hält. Mit ihrem gefühlvollen und vor allem ehrlichem Schreibstil zeigt die Autorin, dass es in deiner Hand liegt, dein Schicksal anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Sie verzichtet auf unnötige Schönmalerei sondern bleibt ihrer Realitätsnähe treu. Denn das Leben ist kein Ponyhof, sondern immer wieder harte Arbeit. Sie zeigt ganz deutlich, dass das Glück nicht von alleine von den Bäumen fällt, aber dass man, wenn es da ist, nach ihm Greifen sollte. Das es sich lohnt, nach Vorne zu blicken und man nicht die Augen vor einer Chance verschließen sollte, die einem eine buntere Zukunft verspricht.

Die Autorin lässt zwei Protagonisten aufeinander treffen, die unterschiedliche Lebenspäckchen mit sich herumzutragen haben. Besonders die Geschichte von Travis und seinem Sohn Jonah berührte mich tief im Herzen. Auf der einen Seite haben wir den liebenden Vater Travis, der immer noch an dem Verlust seiner Frau zu knabbern hat und den die Last der Schuldgefühle zu erdrücken scheint. Auf der andern Seite steht Jonah, der den Verlust seiner Mutter auf einem ganz eigenen Weg zu verarbeiten versucht. Unser Protagonist ist ein Charakter, der mich von Anfang faszinieren und für sich gewinnen konnte. Er ist ein vielschichtiger Mann, der auf der einen Seite den verantwortungsbewussten Chef der Fuller Ranch mit, aber gleichzeitig versucht auch die liebevolle und fürsorgliche Vaterfigur für seinen Sohn zu sein, die dieser so dringend benötigt, aber gleichzeitig muss er lernen mit seiner Trauer und seinem gebrochenen Herzen zurecht zu kommen. Genau das ist auch der größte Knackpunkt und so realitätsnah, denn es ist schwierig mit etwas abzuschließen, wenn man eigentlich gar keine Zeit hat sich damit auseinander zu setzen. Lita Harris spielt gekonnt mit dieser Problematik und zeigt, dass es normal ist zu verzweifeln. Das es in Ordnung ist zu trauern und auch mal am Boden zerstört zu sein. Aber das zähl aufzustehen, weiterzumachen, denn irgendwann kommt die Sonne zurück ins Leben – Hannah.

Zumindest könnte die Frau genau die Person sein, der es gelingt, Travis zu helfen. Wirkte sie auf mich zu Beginn ein wenig wie ein schüchternes und grauen Mäuschen, so mausert sie sich im Laufe der Geschichte zu einer Frau, die ihre Gefühle zeigt und somit nicht nur die Fuller Familie, sondern auch mein Herz erobern konnte. Ich gebe zu, dass ich am Anfang nicht ganz warm mit ihr geworden bin, aber dennoch war da diese Neugier zu erfahren, was mit Hannah geschieht und welches Potential in ihr steckt. Lita Harris hat mich in diesem Fall so gar nicht enttäuscht, denn die Geschichte um Travis und Hannah lässt sich als perfekte Symbiose zweier Menschen beschreiben, die einander mehr brauchen als sie geahnt und je für möglich gehalten haben.

Damit die Geschichte aber auch dieses emotionale Feuerwerk beim Leser auslösen kann, muss man es erst einmal schaffen, die Traurigkeit, die die Familie umgibt, aber auch die Hoffnungsschimmer, die immer wieder aufblitzen, zu vereinen und in das Herz des Lesers zu pflanzen. Genau das ist Lita Harris perfekt gelungen, denn bereits mit ihrem Prolog konnte sie mich komplett für sich und ihr Buch einnehmen. Durch die eingesetzten Wechsel der Perspektive ist es für den Leser ein leichtes die Gefühle, Gedanken sowie Ängste der Charaktere nachzuempfinden und eine tiefe Bindung zu ihnen aufzubauen. Es gab Augenblicke, in denen wollte ich unsere Protagonisten einfach nur in den Arm nehmen, aber andere Momente in denen ich sie schütteln und aufwecken wollte. Besonders Travis brachte mich hier mit seinen Handlungen immer mal wieder an den Rand des Wahnsinns und trotzdem habe ich ihn zu jederzeit verstanden. Die Autorin beweist, auch aufgrund ihres modernen und angenehm zulesenen Schreibstils, dass es möglich ist, eine emotionale Geschichte zu schreiben und ihr dennoch eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Besonders durch den weihnachtlichen Flair haucht sie ihrem Buch eine Besinnlichkeit und schöne Klangfarbe ein, die einen zum Träumen verleiten. Abgerundet wird alles durch das wundervoll gewählte und gestaltete Setting. Denn eine Ranch ist schon immer ein Handlungsort gewesen, der auf mich eine besondere Anziehungskraft ausübt. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich allerdings, das Ende. Die ganze Geschichte hatte für mich das perfekte Tempo. Nicht zu schnell, aber auch zu keiner Zeit langatmig oder gar langweilig. Nur am Ende drückte die Autorin für meinen Geschmack ein wenig zu sehr aufs Gaspedal. 1-2 Kapitel mehr, um noch ein wenig das Tempo zu drosseln wären für meinen Geschmack genau richtig gewesen.

Dies ist aber meckern auf hohem Niveau, denn das was für mich am meisten zählt ist, dass ich diese Geschichte erleben und fühlen konnte. Dass ich nicht nur einfach “ein Buch” gelesen habe, sondern das Lita Harris “Merry Christmas, Cowboy” zu einem Leseerlebnis hat werden lassen.

Fazit:
Mit diesem Buch hat Lita Harris eine Geschichte erschaffen, die unter die Haut geht und viel mehr zu bieten hat, als nur eine weihnachtlich angehauchte Lovestory. Sie fordert den Leser sich mit Themen auseinander zu setzen, die jeden von uns treffen können, aber vor denen wir gerne die Augen verschließen. Sie zeigt uns, dass man nicht die Augen vor der Zukunft verschließen soll und dass es sich lohnt zu kämpfen. Jeder Mensch hat ein Recht darauf glücklich zu sein, oder?

Facts:
Autorin: Lita Harris
Format: eBook /Print
Preis:     0,99€ / 9,90€
KU:        ja
Reihe:   nein

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