#Werbung Sehnsucht nach St. Kilda von Isabel Morland – wilde Landschaft, gefühlvolle Geschichte.

Dietrich Bonnhöffer sagte einst:
Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude.

Wird Rachel bereit sein, die Vergangenheit loszulassen? Die geliebten Menschen weiterhin in ihrem Herzen zu tragen und dennoch nach den Sternen des Glücks greifen?

Die Alleinerziehende Mutter lässt nichts unversucht um die Welt für sich und ihren Sohn aufrecht zu erhalten. Das Schicksal, dass für beide in der Vergangenheit mehr als einen Tiefschlag bereit hielt, zwingt irgendwann auch die stärkste Frau in die Knie und dennoch finde ich, dass Rachel genau das richtige macht. Ja es mag eine Flucht aus London, hin zu den wunderschönen Hebriden sein, aber gleichzeitig ist es eine Befreiung. Sie ist ein Charakter mit Ecken und Kanten. Mit Narben und Wunden, aber gleichzeitig mit soviel Herz. Isbael Morland hat es geschafft eine Frau zu skizzieren, die einfach nur echt wirkt und deren Leben genau so hätte von statten gehen können. Sie zeigt außerdem das Kinder, das beste Lebenselexier sind, das man haben kann und das es nichts verwerfliches ist, sondern von Stärke ist, Hilfe zu suchen  und vor allem anzunehmen.

Neben Rachel konnten mich auch ihr Sohn Sam und ihre Großmutter Annie mich für sich gewinnen. Der kleine Junge sprüht nur so vor Enthusiasmus und ich liebe es, wie er die Sagen und Mythen rund um die Inselgruppe in sich aussagt. Annie hingegen, ist auch eher ein tragischer Charakter der Geschichte. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass sie ein erfülltes Leben hatte, zeigt Isabel Morland, dass man ein fehlendes Teil nie ganz vergessen wird. Dass die Vergangenheit immer ein Teil von einem sein wird und das es auch vollkommen okay ist, nicht zu vergessen.

Der Autorin gelingt es hier in Perfektion die wahren Begebenheiten aus dem Jahr 1930 in ihre Geschichte einzubinden und dem Leser nicht nur das schöne Flair der Landschaft näher zu bringen, sondern auch das Schicksal der damaligen Inselbewohner.

Aber das ist nicht alles, denn wird es Rachel gelingen, Annie zu helfen, ihren Schwur einzulösen? Kann sie das Geheimnis um Finley, der einstigen großen Liebe ihrer Großmutter, lüften und dabei ihr eigenes Glück finden?

Und was hat es mit Airlic auf sich, mit dem sie gemeinsam auf den Spuren der Vergangenheit wandelt. Wir sind ihm und sich eine Chance geben und ihr Herz für ihn öffnen? Oder wird die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, sie lähmen und erneut zurückschrecken lassen?

Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil nimmt Isbael Morland den Leser mit auf eine Reise in das Innere einer Frau, die vor den Scherben ihres Lebens steht und dennoch nicht aufgeben kann, will und darf. Sie gibt alles und doch könnte es zu wenig sein. Besonders beeindrucken finde ich es, wie die Autorin die Gefühle der Charaktere mitten ins Herzen des Lesers pflanzt, so dass man zu jederzeit nachempfinden kann, wie es der Person geht und warum sie so handelt, auch wenn man selber eventuell ganz anders agieren würde.

Die Autorin findet eine wunderbare Balance zwischen der Vergangenheit und der aktuellen Situation der Protagonistin und zeigt, wie sehr unsere Erlebnisse von damals unser Handeln von heute beeinflussen. Gleichzeitig bekommt man ein Gefühl für die Wandelbarkeit und Vielfältigkeite der Persönlichkeit eines Menschen. Gemeinsam mit all den anderen Charakteren strahlt Rachel in vielen bunten Farben und die Autorin schenkt dieser Geschichte eine wunderbare Tiefe indem sie viele unterschiedliche Persönlichkeiten vereint.

Auch dieses Mal schenkt sie den Nebencharakteren Raum für ihre eigenen kleinen Geschichten und schafft es nie den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Sie verknüpft alle diese losen Fädchen miteinander, so dass man das Gefühl halt selbst vor Ort zu sein. Man kann sich nur in diese Geschichte verlieben, genau wie in Airlic.

Über den männlichen Gegenpart möchte ich diesmal gar nicht soviel verraten, nur dass in ihm viel mehr Tiefe steckt, als ich zunächst geglaubt habe. Er hat mich in Momenten überrascht mit denen ich nicht gerechnet hätte und alleine deswegen ziehe ich meinen Hut vor Isabel Morland.

Mit ihrem malerischen Schreibstil zeichnet Isabel Morland wundervolle Bilder. Wenn man seine Augen schließt und seine Gedanken auf eine fantastische Reise schickt, kann man sich die Landschaft so detailgetreu vorstellen, als würde man direkt vor Ort sein. Definitiv eine weitere Stärke des Buches. Am Ende war ich mir kurzzeitig nicht mehr sicher, wie die Geschichte ausgehen wird, denn die Autorin hat den Grundstein für mehre mögliche und vor allem passenden Abschlüsse gelegt. Ob sie den perfekten gewählt hat, solltet ihr unbedingt herausfinden.

Mein Fazit:

Für mich ist dieses Buch, nach seinen beiden Vorgänger, ein “Lesemuss” gewesen. Denn kaum eine Autorin versteht es so gekonnt, die malerische und gleichzeitig wilde Schönheit der äußeren Hebriden einzufangen. Isabel Morland verbindet in ihren Büchern Mythen, sowie Teile der wahren Geschichte und fiktiven Erlebnissen zu einer wunderbaren Einheit, die einem aus dem tristen Alltag herausreißt und hinein in eine Welt wirft, die Urlaub für die Seele sind. Dazu kommen noch sehr realistisch gestaltete Charaktere und Schicksale, die diese Geschichten zu einem Lesegenuss werden lassen.

Facts:

Autorin: Isabel Morland
Verlag:   Knaur
Format:  eBook / Print
Preis:      9,99€
Reihe:    Ja, aber jeder Band ist losgelöst zu lesen, da es komplett neue Charaktere sind. Nur der Handlungsort ist gleich.

Mehr Infos

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